Hamburger Unternehmen bekommen Fördergelder und Fördermittel - Interview mit dem Fördermittelberater und Fördermittel-Experten Kai Schimmelfeder

Über 170.000 Unternehmen sind in Hamburg gemeldet und über 90% haben noch keine Förderprogramme für Investitionen oder Innovationen genutzt. Den meisten Unternehmen sind die Möglichkeiten durch öffentliche Förderprogramme und die damit verbundenen Fördergelder nicht bekannt. Der bürokratische Aufwand in der Suche der richtigen Förderprogramme und Fördermittel ist nicht gelernt und wirkt abschreckend. Die richtige Auswahl an Fördermitteln vorzunehmen, scheitert oft daran, dass die Kombinationsmöglichkeiten oder die Ausschlussvorgaben nicht transparent sind oder die Unternehmen einfach nicht die Geduld haben, sich auf das Thema Fördermittel einzulassen.

Über eine Billion Euro stehen aus der EU-Förderung an Fördergeldern zur Verfügung. Deutschland nutzt die Mittel um Projekte zu fördern, bestimmte Co-Finanzierungen zur Verfügung zu stellen, Startups zu fördern, Innovationsförderung zu betreiben, die Mittelstandsförderung voranzutreiben oder auch Themen wie Unternehmensnachfolge, Unternehmenskauf, Technologieförderung, Expansion, Export, Digitalisierung, Augmented Reality, Virtual Reality, künstliche Intelligenz, Maschineninvestitionen, Dienstleitungen, Produktentwicklungen, IT-Leistungen, Umweltschutz, Energieeffizienz, Umstrukturierung, etc.

Die verschiedenen Fördermittel-Möglichkeiten für Unternehmen in Deutschland sowie in der Europäischen Union können bei verschiedenen Institutionen bzw. Fördermittel-Gebern, Bundesförderinstituten, Landesförderinstitute, Förderfonds, Ministerien des Landes und des Bundes und weiterer öffentlicher Förderstellen beantragt werden.

 

Speziell Hamburg hat dabei folgende Wirtschaftsdaten (Basis Handelskammer und Bundesamt für Statistik):

  • In der Handelskammer sind aktuell ca. 170.000 Unternehmen registriert (umsatzsteuerpflichtig). Das sind eingetragene und nicht eingetragene Unternehmen.
  • Davon ca. 92.000 nicht eingetragen (Kleingewerbe (nicht gemeint sind Kleinunternehmer unter 17.500€Umsatz), nichteingetragene Inhabergesellschaften, nicht eingetragene Genossenschaften, o.ä.). Darin: ca. 45% sonstige Dienstleistungen, ca. 14% Einzelhandel und KFZ, sowie ca. 12% produzierendes Gewerbe
  • Ca. 78.500 Unternehmen sind eingetragen in Handelsregister oder eingetragene Genossenschaft. Ca. 70% sind als GmbH eingetragen (Handelsregister). Ca. 34% sind sonstige Dienstleistungen
  • In der Handwerkskammer (Stand Januar 2019) sind ca. 15.000 Betriebe eingetragen (erlaubnispflichtige Handwerkstätigkeiten und auch nicht erlaubnispflichtige Handwerkstätigkeiten)
  • Unternehmen, die umsatzsteuerpflichtig sind in 2019, mehr als 17.500€ Umsatz/Jahr führen sind ca. 92.300 Unternehmen
    • Unternehmen mit mehr als 17.500€ Umsatz/Jahr und weniger als 50.000€ sind ca. 24.000 Unternehmen 
    • Unternehmen mit mehr als 50.000€ Umsatz/Jahr und weniger als 100.000€ sind ca. 18.500 Unternehmen 
    • Unternehmen mit mehr als 100.000€ Umsatz/Jahr und weniger als 250.000€ sind ca. 19.500 Unternehmen 
    • Unternehmen mit mehr als 250.000€ Umsatz/Jahr und weniger als 500.000€ sind ca. 10.400 Unternehmen 
    • Unternehmen mit mehr als 500.000€ Umsatz/Jahr und weniger als 1.000.000€ sind ca. 7.600 Unternehmen 
    • Unternehmen mit mehr als 1.000.000€ Umsatz/Jahr und weniger als 5.000.000€ sind ca. 9.000 Unternehmen
    • Unternehmen mit mehr als 5.000.000€ Umsatz/Jahr und weniger als 25 Mio.€ sind ca. 2.600 Unternehmen 
    • Unternehmen mit mehr als 25 Mio.€ Umsatz/Jahr und weniger als 100. Mio.€ sind ca. 660 Unternehmen 
    • Unternehmen mit mehr als 100 Mio.€ Umsatz/Jahr und weniger als 500 Mio.€ sind ca. 275 Unternehmen 
    • Unternehmen mit mehr als 500 Mio.€ Umsatz/Jahr und weniger als 1 Mrd.€  sind ca. 40 Unternehmen 
    • Unternehmen mit mehr als 1 Mrd.€ Umsatz/Jahr sind ca. 44 Unternehmen

 

 

Besonders folgende Ableitungen sind hervorzuheben: Unternehmen mit mehr als 500.000€ Umsatz und bis 5 Mio.€ Umsatz sind in Summe ca. 16.600 in Hamburg. Mindestens diese Unternehmen müssen innovieren, Nachfolge regeln, neue Märkte erschließen, bestehende Märkte sichern, Mitarbeiter auf Veränderungen sensibilisieren, investieren, optimieren, digitalisieren, den Veränderungen der Bankenlandschaft begegnen (Mittelstandsfinanzierung kann nicht mehr jede Bank in Zukunft wirtschaftlich anbieten), etc..

 

Speziell für diese Unternehmen sind öffentliche Förderprogramme, Fördergelder und Wirtschaftsförderprogramme zwingend zu nutzen, um sich weitere Wettbewerbsvorteile zu erschaffen.